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Ich baue mir eine Landmaschine – Achtklässler der Uerdinger Gesamtschule in Krefeld schrauben an Traktoren beim Unternehmen ISEKI-Maschinen

Mit Handschuhen, Schraubenziehern, Akkubohrern und jede Menge Motivation ausgestattet, machen sich eine Schülerin und sieben Schüler der Gesamtschule Uerdingen an Traktor, Kehrmaschine und Schneeschild des Kommunalmaschinen-Spezialisten ISEKI-Maschine aus Meerbusch heran. Dabei lernen sie typische Handgriffe eines Land- und Baumaschinenmechatronikers kennen.

In Japan wird der Traktor als Standard – Ackerschlepper vorproduziert und erreicht in dieser Ausrüstung das Werk in Meerbusch. Aus Gründen des kompakten Transportes sind äußere Teile, wie Räder, Lenkrad, Sitz, Heckdreipunkt etc. demontiert und platzsparend in einem Stahlgestell verstaut. Um diesen Ackerschlepper für den Einsatz in Deutschland als Kommunalschlepper auszurüsten, werden viele individuelle Teile wie Frontkraftheber, -zapfwellen,- lader, Kabinen und spezielle Hydraulikanlagen montiert. Die Jugendlichen demontieren in Teamarbeit das Stahlgestell um den Schlepper und montieren die Einzelteile an den Schlepper bis das Fahrzeug fahrbereit ist. So lernen sie praxisnah, wie ein Werkstück oder eine Baugruppe entsteht und welche einzelnen Prozessschritte dabei notwendig sind. Sie entwickeln räumliches Vorstellungsvermögen und üben ihre motorischen Fähigkeiten. Der fachlich korrekte und präzise Umgang mit den einzelnen Bauelementen wird ebenso geübt wie die anschließende Qualitätskontrolle.

Konzipiert und organisiert wurde das Praxismodul durch das zdi-Zentrum KReMINTec, das eng mit den Krefelder weiterführenden Schulen arbeitet und für Schülerinnen und Schüler berufs-und studienorientierende Kurse im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich anbietet. „Im letzten Jahr haben wir an die 170 Tageskurse mit Themen wie „Wasseranalytik“, „Photovoltaik“ oder „Einführung in die Kfz-Mechatronik“ hier am unserem zentralen Standort, am Berufskolleg Uerdingen, realisiert und ca. 2000 Schülerinnen und Schüler erreicht“, so KReMINTec-Koordinatorin Chrissoula Tolidou. Die Kurse sind praxisorientiert und bilden typische Tätigkeiten verschiedener MINT-Ausbildungsberufe und Studiengänge ab. So bekommen die Schülerinnen und Schüler frühzeitig einen Einblick in Berufsbilder, wie die des Chemikanten, des Metallbauers oder des Informatikers.

„Kooperationen wie diese mit unserem Unternehmenspartner ISEKI und die damit verbundenen Praxiskurse gehen einen Schritt weiter. Die Jugendlichen lernen nicht nur Berufsfelder kennen, sondern erfahren mehr über einzelne Betriebsabläufe, knüpfen erste Kontakte zu Arbeitgebern, bauen Hemmschwellen ab und schnuppern echten Betriebsalltag“, so die Koordinatorin.

Für ISEKI ist der achtstündige Aufwand ein Gewinn. „Klein- und mittelständische Unternehmen haben es schwer an gute Nachwuchskräfte zu kommen. Für uns bietet sich dadurch die Gelegenheit, unseren Betrieb ins Blickfeld der Schülerinnen und Schüler zu rücken und uns als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren“, erklärt Ausbildungsleiter Joachim Lassek.

„Uns war es wichtig, den interessierten Jugendlichen ein realistisches Bild unserer täglichen Arbeit zu präsentieren und zu zeigen, dass schrauben, bohren und mitanpacken sehr viel Spaß machen kann“, so der Ausbildungsleiter.

Doch nicht nur das Unternehmen profitiert davon. „Wir sind sehr interessiert daran, dass unsere Schüler frühzeitig eine Vielfalt vom Berufs- und Studienmöglichkeiten kennenlernen. Als Schule mit MINT-Schwerpunkt ist uns zudem der naturwissenschaftliche und technische Bereich ein besonderes Anliegen“, berichtet Schulleiterin der Gesamtschule Uerdingen Brigitte Munsch.

Das Modul wurde explizit für die Jahrgangsstufe 8 konzipiert. „Unsere Schülerinnen und Schüler müssen in der 9 Klasse nach den Herbstferien ihr dreiwöchiges Schulpraktikum absolvieren. Der heutige Kurs dient auch dazu, weitere Praktikumsbetriebe vorab kennen zu lernen und den Blick über den Tellerrand zu ermöglichen, so dass die Jugendlichen nicht nur wie üblich Betriebe aus dem näheren Umfeld wählen, sondern sich auch an etwas Neues wagen“.

Die Maßnahme trägt schon erste Früchte. Nach Kursende meldet sich bereits der erste Schüler für ein Schulpraktikum bei ISEKI.